Unter Schattenkosten versteht man den Anteil bei der Beschaffung von Gütern oder Dienstleistungen der vom Abnehmer zu viel bezahlt wird. Für die meisten Warengruppen oder Dienstleistungen gibt es ein Marktpreisgefüge. Dieses hängt primär von den Faktoren: Menge, Zeitpunkt des Bezugs, Qualitätsanforderungen und ggf. auch regionalen Komponenten ab. Man kann keinesfalls davon ausgehen, dass ein Lieferant stets das beste Preis-Leistungs-Verhältnis offeriert und auch nicht, dass der Abnehmer seine Anforderungen in Bezug auf den Preiskorridor optimiert bzw. über klare Vorstellungen, Vergleichswerte (Benchmarks) verfügt.

Schattenkosten

Indikatoren für einen erhöhten Anteil an Schattenkosten zu Lasten des Abnehmers (Einkäufers) sind:

 

  • Lieferanten erbringen überflüssige Leistungen oder reichen Kostenvorteile nicht weiter
  • Lieferanten verfügen über eine starke Marktmacht oder nehmen starken Einfluss auf das Unternehmen
  • Klare Verträge fehlen oder Abrechnungen sind nicht bzw. schwer nachvollziehbar
  • Beim Abnehmer kommt es bei der Beschaffung zu Reibungsverlusten:
    Synergien bleiben ungenutzt, Verantwortlichkeiten sind unklar verteilt, Zeit eine Optimierung anzugehen fehlt
  • Mengen-Ist und Soll-Planungen sowie der Service-Level sind intransparent
  • Benchmarks und/oder Wettbewerb fehlen

 

Schattenkosten sind eine Gefahr für jedes Unternehmen, weil sie sich oft unbemerkt festsetzen. Über Jahre kumuliert können sich so große Summen addieren.

 

Die Folge: Liquidität fehlt, die an anderer Stelle benötigt wird oder der entgangene Gewinn mindert die Profitabilität.

 

Wie geht man mit der Problemstellung Schattenkosten um, wie kann man ihnen begegnen? Es braucht gesunden Wettbewerb, ein hohes Maß an Transparenz und Zeit sich den einzelnen Beschaffungsgruppen anzunehmen. Verstärktes Know-how, Brancheninsiderwissen und eine neutrale, unbefangene Unterstützung (intern/extern) kann eine positive Entwicklung begünstigen.